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04.08.2020 - Von der Hörhilfe zum Hörgerät – Teil 1

Von der Hörhilfe zum Hörgerät – oder warum heute gutes Hören Einstellungssache ist

Heute hätte Beethoven geholfen werden können. Bereits mit 27 Jahren begann seine Schwerhörigkeit. Mit 48 Jahren war er komplett ertaubt. Doch wann und womit begann eigentlich die Geschichte der Hörgeräte? Welche Hörhilfen gab es vor den heutigen Hörgeräten? Eine kleine historische Übersicht, die von den einstigen Hörhilfen bis zu den heutigen Hörsystemen führt.

Hörrohre

Die ersten Hörhilfen waren so genannte Hörrohre. Dies waren Trichter, die ans Ohr gehalten den Schall verstärken sollten. Eine erste schriftliche Überlieferung über die Existenz dieser Hilfsmittel, die den Schall um 20 bis 30 Prozent verstärkten, gibt es aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Der römische Arzt Archigenes erwähnt ein Hörrohr; von seinem griechischen Kollegen Alexander von Tralles gibt es eine Aufzeichnung aus dem 5. Jahrhundert nach Christus.

Das erste Bild: Artus mit Hörhilfe

Ausgerechnet eine Legende des Mittelalters soll schwerhörig gewesen sein? Eine Miniatur aus dem 12. Jahrhundert zeigt König Artus bei der Jagd mit einem Hörrohr. Sie gilt als erste bildliche Darstellung einer Hörhilfe. In Mode und somit auch eher ins Bewusstsein der Menschen gelangte die eleganten Hörrohre von Paolo Aporina (1586-1638). Sein Hörrohr wurde 1613 erstmals erwähnt. Er fertigte ein Hörrohr aus Silber, das der italienische Dichter und Mediziner Giovanni Battista Lalli (1572-1637) aus Nurcia benutzt haben soll. In dieser Zeit wurden die Rohre entweder aus Metall oder auch aus Kuhhörnern gefertigt. Sie waren in der Regel Einzelanfertigungen und dementsprechend teuer. Leisten konnte sich diese Hörhilfen nur die Oberschicht.

Hören durch eine Riesenzigarre

Ein Gespräch zwischen zwei Menschen sollte die Erfindung des Jesuiten Athanasius Kirchner (1601-1680) erleichtern. Eine Abbildung in seinem Buch „Phonurgia nova sive conjugium mechanico-physicum artis & naturae paranymta phonosophia concinnatum“, das 1673 erschien, zeigt eine Art überdimensionierte Zigarre, die innen hohl war. An jedem Ende dieser „Zigarre“ saßen Zuhörer und Redner. Ob diese Zigarre wirklich das Gespräch erleichtert haben könnte, sei dahingestellt. Unpraktisch war das Gerät allemal aufgrund seiner Größe. Es mutet problematisch an, dieses Riesenhilfsmittel zu transportieren oder gar bei sich führen können.

Von der Blasmusik zum Hören

Dass es ausgerechnet ein Blasmusik-Fabrikant war, der als Erster Hörrohre in Serie fertigte, verwundert kaum: Wilhelm Bull (ca. 1650-1712) kannte sich sowohl mit dem Material als auch mit dem Sound von Musikinstrumenten aus – zusammen ergaben diese beiden Faktoren nicht nur gute Blasinstrumente, sondern auch Hörrohre. Es ist überliefert, dass der „trumpet maker to his Majesty“ mindestens 17 Silbertrompeten  des Königs von England reparierte und zum Teil neu fertigte.

Die erste kommerzielle Produktion

Eine wirklich kommerziell rentable Produktion gelang Frederick C. Rein in London etwa 100 Jahre später. Er startete 1800 die Fertigung seiner „Ohr-Trompeten“ (ear trumpet) in London. Rein war hoch angesehen, nicht zuletzt, weil ihm 1819 noch eine ganz spezielle Aufgabe 1819 übertragen wurde. Im Auftrag des portugiesischen König Johann VI. (1767-1826) erdachte er einen speziellen „akustischen Thron“. Der König war schwerhörig, allerdings sollte das nicht offensichtlich sein. Damals empfand man Schwerhörigkeit als Makel, den man möglichst nicht öffentlich zeigen wollte. Also platzierte Rein vorn in die Armlehnen des Throns zwei offene Mäuler von Löwen. Diese Öffnungen dienten zum Empfang von Geräuschen, welche dann über Rohre im hinteren Teil des Stuhls an das Ohr des Königs geleitet wurden.

Beethovens Helfer

In Deutschland lieferte ein Regensburger einem der bekanntesten Schwerhörigen seiner Zeit eine Hörhilfe: Johann Nepomuk Mälzel (1772-1838)  fertigte in der Zeit von 1812-1814 unterschiedliche Hörrohre für Ludwig van Beethoven an. Der Leidensdruck des Musikers war hoch. Er schrieb am 29. Juni 1801 an seinen Bonner Freund Dr. Wegeler: „Der neidische Dämon hat meiner Gesundheit einen schlimmen Streich gespielt, nämlich mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden… nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort.“ Die Hörrohre konnten sein Leiden nicht aufhalten. Mit 48 Jahren war der Musiker komplett taub.

Im zweiten Teil geht es dann um die Entstehung von elektrischen Hörgeräten.

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